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Woran erkennt man eigentlich einen guten Imbiss?
15 / 11 / 2015

Woran erkennt man eigentlich einen guten Imbiss?

Wir kennen das doch alle: Wir sind irgendwo unterwegs, habe einen Riesenhunger und wollen nichts lieber, als etwas Deftiges zu essen. Und irgendwo sieht man am Straßenrand eine Leuchtschrift „Imbiss“ blinken. Also raus aus dem Auto und rein in die Grillstube. Aber wie häufig wünscht man sich nachher, man wäre einfach weiter gefahren. Verschrumpelte, warmgemachte Bratwürstchen, trockene und fettige (Wie geht das eigentlich?) Fritten und Senf aus der Tüte. Das war es nicht, worauf wir so großen Hunger hatten. Und der Boden war auch noch so fettig, dass er zu einer Rutschpartie taugte.

Also: Woran erkennt man eigentlich einen guten Imbiss? 10 Faktoren, auf die Ihr achten solltet, bevor Ihr Euren Magen einer Snackstation anvertraut.

  1. Geschmack

Natürlich sollte es schmecken. Wo es nicht schmeckt, da lass Dich bloß nicht nieder. Denn Ihr wisst ja: Liebe geht durch den Magen, und diese Liebe kann man schmecken. Und ganz besonders die Liebe, Gäste mit den besten Waren und Rezepten zu verwöhnen. Ohne Wohlgeschmack also keine Liebe.

  1. Mülleimer

Werft gleich beim Betreten des Imbiss einmal einen Blick auf den Kundenmülleimer. Wenn Ihr dort auf dem Deckel oder am Rand eine uralte Dreckkruste sehen könnt, gleich umkehren. Auch wenn der Müll schon oben heraus quillt, kümmert sich hier niemand um die Hygiene. Den Mülleimer leeren und mindestens einmal täglich feucht abwischen – so viel Sauberkeit muss einfach sein.

  1. Küche

Normalerweise hat ein Imbiss einen offenen Küchenbereich. Du stehst im Verkaufsraum und siehst: Nichts! Ich frage mich dann sofort immer: Warum? Was gibt es zu verstecken? Das Billigfleisch vom Discounter? Waren, deren Haltbarkeitsdatum vom Vorjahr ist? Oder einfach nur die Unlust, einmal den Putzlappen zu schwingen? Mich machen verborgene Küchen misstrauisch. Und offene blitzende saubere Küchen machen mir einfach nur Appetit.

  1. Arbeitskleidung

Das ist eine wahre Geschichte: ich konnte einmal ein Blick in die Küche eines asiatischen Restaurants werfen. Oder vielmehr in das, was eine sein sollte und mich sehr an die Doppelgarage meines Autoschrauberfreundes erinnerte. Der „Koch“ trug ein Ninja-Stirnband, ein vor langer Zeit einmal weißes kurzärmeliges Shirt und eine dunkle Jogginghose. Ich hätte keine Karte gebraucht, denn auf seiner Brust waren alle Gerichte des letzten Monats in Form von Flecken zu finden. Schade, ich hatte bereits gegessen. Was ich sagen will: Bei der Arbeitskleidung geht es natürlich um Hygiene, aber auch um Arbeitsschutz. Wer mit scharfen Messern und hohen Temperaturen umgeht, sollte sich selbst schützen. Und seine Gäste vor dem Anblick der Ungepflegtheit am Arbeitsplatz.

  1. Preistafeln

Die Preistafeln sollten so sauber sein, dass man auf ihnen lesen kann. Was ich hasse, sind überkritzelte oder überklebte Preise, die von der letzten Preiserhöhung zeugen. Auch sollte man das, was man sucht, auf der Karte finden können. Stichwort Übersichtlichkeit. Zusatzstoffe, wenn sie in den Waren enthalten sind, müssen ausgewiesen sein. Gibt es Hinweise auf Allergene? Gibt es Hinweise auf Gluten- und Laktose-freie Angebote? Ihr seht, die Preistafel sagt viel darüber aus, wie sehr sich ein Gastwirt um seine Angebote kümmert. Und was ihm dabei wichtig ist. Und was überhaupt nicht interessiert.

  1. Beleuchtung

Die ausliegenden Waren sollten hell, aber mit Tageslicht ausgeleuchtet sein. Wenn sie im Dunklen liegen, soll ich sie doch nicht sehen. Oder? Wenn das Fleisch unnatürlich rot strahlt, kann es an einer Spezialbeleuchtung liegen, die auch graues Fleisch frisch wirken lässt. Also Augen auf beim Imbiss-Kauf.

  1. Kühlschrank

Der steht meist vorn im Kundenbereich. Von außen kann man schon sehen, als was er genutzt wird: als Magnetbrett für Zettel, als Ablage für alles, das im Weg steht oder als Aufbewahrungsort für zu kühlende Waren. Von außen kann man meist schon erahnen, was sich im Inneren abspielt. Wenn Ihr beim Öffnen genau hinschaut, achtet darauf:

  • Schimmel auf der Dichtung bedeutet: esst woanders!
  • Ablagen sind verschmutzt: lauft so schnell ihr könnt! Selbst Getränkedosen können Keime übertragen
  • Kraut und Rüben: achtet darauf, dass Ihr bekommt, was Ihr bestellt. Sonst esst Ihr das drei Tage alte Fischbrötchen des Inhabers, der nur einmal danebengegriffen hat.

Wenn alles sauber ist, innen und außen glänzt und die Waren gut sortiert sind: Einen guten Appetit!

  1. Frittierfett

Benutzt doch einfach Eure Nase und Eure Augen. Auch frisches Fett duftet, aber eben nicht alt oder sogar ranzig. Wenn in Euren Fritten kleine undefinierbare schwarze harte Stücke ihr Unwesen treiben, wäre es am Morgen Zeit für einen Fettwechsel gewesen. Das ist wie mit dem Ölwechsel beim Auto, es gibt feste Termine! Nur beim Frittierfett sind die Intervalle viel viel kürzer. Wer am Frittierfett-Wechsel spart, ist entweder schon lange pleite oder einfach stinkfaul. Beides sollte Euch gar nicht gefallen.

  1. Kundentische

Egal ob im Stehen oder im Sitzen. Schaut doch einmal bei den Tischen etwas genauer hin. Wann hat die Oberfläche zum letzten Mal Bekanntschaft mit einem Lappen gemacht? Platzt das Resopal von den Kanten, so dass man sich verletzten kann? Wackeln die Tische? Haben die Tische noch die DM erlebt? Wir wollen doch unsere Speisen und Getränke darauf stellen, also sollten die Tische fast immer so sauber sein wie der Teller oder die Schale. Natürlich kann zur Hauptverzehrszeit nicht jeder Tisch nach jedem Gast gewienert werden, aber der Schmutz darf eben nicht vom Vortag stammen.

  1. Beschwerde-Management

O.K., Imbissbuden haben keinen Beschwerdemanager. Aber hoffentlich Personal, das angemessen reagieren kann, wenn dem Kunden etwas einmal nicht gefällt. „Lustige“ Sprüche wie „Das ist hier kein Sterne-Restaurant“, „War ein schlechter Tag heute, oder?“ und „Darf ich Ihnen auch noch die Nase putzen“ wollen wir nicht hören. Sondern feststellen, dass der Makel oder das Missverständnis schnell und unkompliziert ausgeräumt wird. Und dabei gilt: der Ton macht die Musik.

 

So, mit diesem Wegweiser durch den Dschungel der Imbissbuden seid Ihr bestens gewappnet, die besten Snack-Stationen auf Euren Wegen zu finden. Aber irgendwann landet Ihr sowieso bei Extrawurst – und kommt immer wieder gerne zurück.

 

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